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	<title>Zeuge einer großen Maskerade</title>
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	<description>Engelmann kommentiert das Zeitgeschehen</description>
	<pubDate>Tue, 30 Mar 2010 12:02:08 +0000</pubDate>
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		<title>Warum Schalke nicht Meister werden darf</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Mar 2010 16:37:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sengelmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Vielleicht bin ich zu konservativ, vielleicht habe ich eine zu altmodische Sicht auf den Fußball. Vielleicht verirre ich mich mit meinen Gedanken über ethische Aspekte im Fußball. Ich habe nur gelegentlich den Eindruck, wenn ich selbst im Fanblock stehe, dass die Menschen um mich herum mit einer Leidenschaft zu ihrer Mannschaft verbunden sind, die selten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht bin ich zu konservativ, vielleicht habe ich eine zu altmodische Sicht auf den Fußball. Vielleicht verirre ich mich mit meinen Gedanken über ethische Aspekte im Fußball. Ich habe nur gelegentlich den Eindruck, wenn ich selbst im Fanblock stehe, dass die Menschen um mich herum mit einer Leidenschaft zu ihrer Mannschaft verbunden sind, die selten ist. Deswegen hat dieses Fußballgeschäft auch eine gesellschaftliche Verantwortung.<br />
Diese Verantwortung wird obsolet, wenn Schalke 04 deutscher Fußballmeister 2010 werden würde.<br />
Ich will nicht, dass Schalke 04 Meister wird, ich will es aus ethischen Gründen nicht. </p>
<p>Schalke ist seit Jahren offenbar nicht mehr sonderlich liquide. Es lebt unter anderem vom Geld des russischen Gaskonzerns Gazprom. Es lebt vom Geld des Instruments eines autokratischen Regimes. Russland ist keine Demokratie. Und das System Putin wird auch abgesichert durch Gazprom. Der Konzern stützt Schalke aus Imagegründen. Und Schalke macht mit, spielt das Spiel der Autokraten, um erfolgreich zu sein. </p>
<p>Schalkes Trainer Felix Magath scheint mittlerweile für viele Sportjournalisten und angebliche Fußballexperten ein Säulenheiliger zu sein. Den kleinen VfL Wolfsburg zum Meister gemacht, und nun mit den Schalkern auf dem Weg zum nächsten Coup. Vom „Magier Magath“ sprach zuletzt Rolf Töpperwien in seinem Spielbericht. </p>
<p>Ja, dieser Magier Magath hatte mal in einer längst vergangenen Zeit eine Fackel in der Hand getragen und war Teil des chinesischen Propagandazuges über den Globus für die olympischen Sommerspiele in Peking. Dieses Mal war der jetzige Schalker Trainer (damals noch in Wolfsburg) der nützliche Idiot einer Diktatur und war sogar noch stolz darauf. Auch damals ging es um Erfolg – den Erfolg des Volkswagenkonzerns auf dem chinesischen Markt. Und Magath durfte sich über weitere Millionen freuen, die er in seine spätere Meistermannschaft investieren konnte. Tatsächlich wagte es das NDR-Medienmagazin &#8220;Zapp&#8221; Magath auf ethische Gesichtspunkte seines Fackelzuges anzusprechen, worauf der gewiefte Fuchs natürlich jede Antwort verweigerte und der Wolfsburger Pressesprecher in bester chinesischer Tradition dem Reporter und seinem Team drohte.</p>
<p>Insofern passen Magath und Schalke gut zusammen. Für den Erfolg haben beide jegliches ehtisches Bewusstsein verloren. Wenn Heckler und Koch morgen mehr zahlt als Gazprom, dürfte der Waffenkonzern wohl bald auf dem Schalker Trikot werben. Passend dazu steht der Schalker Gönner, Geldgeber und Aufsichtsratschef Clemens Tönnies mit seinem Fleischkonzern andauernd in der Kritik. Er zahle zu wenig, werfen ihm Gewerkschaftler vor. Auch Steuerfahnder finden die Praktiken von Tönnies Konzern nicht ganz koscher. </p>
<p>Im Herbst stand es um Schalke finanziell zumindest nicht gut, da kam ein Geschäft mit der städtischen Gesellschaft für Energie und Wirtschaft (GEW) gerade recht, das Schalke 25,5 Millionen einträgt. Gelsenkirchen ist eine der höchstverschuldeten Städte in NRW. Schalkes Schulden wurden von einer Stadt übernommen, die also selbst hochverschuldet ist. Einen Taschenspielertrick könnte man das nennen, aber der DFL hat es wohl zur Lizenzsicherung gereicht. Dass Schalke dann gleich mal neun neue Spieler in der Winterpause verpflichtet hat, war auch nicht weiter von Interesse. Vielleicht hatte sich die DFL da schon mit Bielefeld beschäftigt, die wegen Lizenzverstößen vier Punkte abgezogen bekommen. Die Bielefeld-Lobby ist bei der DFL sicherlich nicht so stark, wie die Schalke-Lobby. Ausgerechnet Felix Magath beklagte sich aber neulich, dass Schalke keine Lobby im deutschen Fußball habe. Würden im deutschen Fußball konsequente Bilanzregeln gelten, hätte Schalke keine Lizenz für die Fußballbundesliga. Aber das ist ja zu vernachlässigen, wenn es um den genialen Schachspieler Magath geht.</p>
<p>Wenn Schalke Meister wird, freuen sich alle, weil es die Bayern mal wieder nicht geworden sind. Und Sportjournalisten werden Magath die zeitgeschichtliche Bedeutung von Helmut Schmidt und Konrad Adenauer einräumen. Und all die ehrlichen leidenschaftlichen Fans werden in ihrem Bayernhass übersehen, dass Schalkes Meisterschaft die ethische Bankrotterklärung für die Bundesliga ist. Sie ist dann nur noch Geschäft.</p>
<p>Mir fällt viel ein, was ich Uli Hoeneß vorwerfen könnte. Er hat das Geld der Bayern aber auch ohne Diktaturinstrumente verdient. Er hat sich auch keiner Diktatur als Werkzeug angeboten. Und hätte er es gemacht, hätte er wahrscheinlich dazu gestanden. </p>
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		<title>Mehr Ghetto vom Brutto</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 10:54:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sengelmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Diesen Satz muss ich mir patentieren lassen.

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Diesen Satz muss ich mir patentieren lassen.</p>
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		<title>Anmerkungen zum netten Herrn Löw</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Feb 2010 10:05:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sengelmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn sich Menschen überworfen haben, gibt es in ihrer Nähe stets ein Tischtuch, das zerschnitten wird. So ist es auch bei der Firma Bierhoff und Co. und dem größten Sportverband der Welt DFB: Das Tischtuch zwischen ihnen ist zerschnitten, schreibt entsprechend die Frankfurter Rundschau. Die Vertragsverlängerung der Gruppe Löw ist vorerst gescheitert und beide Seiten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn sich Menschen überworfen haben, gibt es in ihrer Nähe stets ein Tischtuch, das zerschnitten wird. So ist es auch bei der Firma Bierhoff und Co. und dem größten Sportverband der Welt DFB: Das Tischtuch zwischen ihnen ist zerschnitten, <a href="http://www.fr-online.de/top_news/2276212_DFB-Streit-um-Loew-Die-Firma-hat-sich-verzockt.html">schreibt</a> entsprechend die Frankfurter Rundschau. Die Vertragsverlängerung der Gruppe Löw ist vorerst gescheitert und beide Seiten berichten der Öffentlichkeit nicht gerade Freundliches übereinander.</p>
<p>Vielleicht ist dies der Zeitpunkt, um einmal sachte darauf hinzuweisen, dass Joachim Löw dem DFB weit mehr zu verdanken hat als der DFB Löw.<br />
Löw ist zu einer Marke geworden, die Werbung macht und eine hohe Popularität genießt, ein Modekeck mit fescher Frisur. Löw gilt als erfolgreich und würde schnell ein lukratives Engagement erhalten, würde er kein Nationaltrainer mehr sein. Doch all dies ist Löw durch seine Zeit bei der Nationalmannschaft geworden, denn zuvor war Löw ein mehr oder weniger erfolgloser Trainer. </p>
<div id="attachment_1340" class="wp-caption aligncenter" style="width: 419px"><img src="http://www.sebastian-engelmann.de/wp-content/uploads/2010/02/low.jpg" alt="1996 noch nicht so modisch orientiert: Joachim Löw" title="Joachim Löw DFB-Elf Streit Vertragsverlängerung Zwanziger VFB Stuttgart" width="409" height="580" class="size-full wp-image-1340" /><p class="wp-caption-text">1996 noch nicht so modisch orientiert: Joachim Löw</p></div>
<p>Seine einzigen nennenswerten Erfolge waren der DFB-Pokalsieg mit dem VFB Stuttgart 1996 und die Meisterschaft mit dem FC Tirol Innsbruck 2002. Ansonsten ist Löws Trainerweg vor allem von Entlassungen geprägt: 1997 beim VFB Stuttgart, 1999 nach nur einem Jahr bei Fenerbahce Istanbul, 2000 beim Karlsruher SC, der mit Löw nur eins von 18 Spielen gewann und in die Regionalliga abstieg. 2001 musste Löw bei Adanaspor nach nur fünf Monaten gehen, 2002 beim FC Tirol Innsbruck, weil der Verein Insolvenz anmeldete, und schließlich 2002 bei Austria Wien.</p>
<p>Hätte ihn Jürgen Klinsmann 2004 nicht in sein Trainerteam bei der DFB-Elf geholt, wäre Löw wohl irgendwo als erfolgsloser Trainer versauert. Löws Aufstieg begann erst bei der Nationalelf.<br />
Und auch dieser Aufstieg ist zumindest zweifelhaft. Löw hat bisher ja keinen Titel mit der Nationalelf gewonnen, mehr noch: Spielerisch stagniert die Mannschaft seit der WM 2006.<br />
Die Vizeeuropameisterschaft 2008 war ein schlechter Witz, da die Mannschaft gerade mal ein gutes Spiel (gegen Portugal) abgeliefert hatte. Nur mit Mühe gewann sie gegen die türkische B-Elf und die zweitklassischen Österreicher. Allein wegen der Torabschlussschwäche der Spanier ging das EM-Finale nicht mit 5:0 verloren.<br />
Die WM-Qualifikation war souverän – doch gegen welche Gegner? Ist es ein großer Verdienst, sich gegen Finnland, Wales, Aserbaidschan und Liechtenstein durchzusetzen?<br />
Für welchen Erfolg wollen sich Bierhoff, Löw und Co. eigentlich einen Sonderbonus genehmigen?</p>
<p>Löw hatte schlichtweg das große Glück bei der WM 2006 zugegen gewesen zu sein. Die Weltmeisterschaft im eigenen Land hat ein enges Band zwischen den Fußballinteressierten Menschen und der Nationalelf geknüpft. 2006 wurde diese Mannschaft zu einem patriotischen Symbol, die Unterstützung für sie vereinte - unverdächtiger Stolz auf Deutschland über die eigene Fußballmannschaft war möglich. Dieses Band besteht bis heute und wird noch eine Weile bestehen, weil es der DFB und auch der Marketing versierte Oliver Bierhoff verstanden haben, der Marke Nationalmannschaft weiter Profil und Strahlkraft zu geben. Die neue Homepage der Nationalelf offenbart, dass sie mittlerweile ein Marketing-Hochglanzprodukt ist. Oliver Bierhoff hat sie konsequent durchkapitalisiert.</p>
<p>Klinsmann und Löw haben vieles im Umfeld der Nationalmannschaft zum Besseren verändert und modernisiert. Aber die mittlerweile sehenswerte Nachwuchsarbeit geht auch auf die intensiven Bemühungen des DFB im allgemeinen und der Bundesligavereine im Besonderen zurück – ebenso wie auf die Arbeit von Matthias Sammer, der für den Nachwuchsbereich zuständig ist. Dass Löw eine Mannschaft mit Perspektive hat, ist weniger sein Verdienst. </p>
<p>Eigentlich müsste Löw sein Glück kaum fassen können, dass er mit seinem DFB-Engagement bisher hatte. Er hat glänzenden Perspektiven, obwohl er bis zum heutigen Tag gerade Mal zwei Titel als Trainer gewonnen hat. Trotzdem trat er in den Vertragsverhandlungen offenbar eine Spur zu selbstbewusst auf. Warum eigentlich? Etwas mehr Demut wäre angebracht gewesen, denn der DFB ist attraktiv genug für andere gute Trainer (Matthias Sammer wartet ohnehin nur darauf, Löw zu beerben).<br />
Wenn Löw das nächste Mal ein Spiel der Bayern verfolgt, könnte er bei dieser Gelegenheit mal die Vita eines wahrhaft erfolgreichen Trainers studieren, der nach nur einem halben Jahr eine eigene spielerische Prägung erkennen lässt: Louis van Gaal.</p>
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		<title>Warum Merkel der Demokratie schadet</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 16:24:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sengelmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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Mitunter ist es hilfreich sich den lateinischen Ursprung von deutschen Wörtern zu gewärtigen: Partei zum Beispiel leitet sich vom lateinischen pars ab, was mit „Teil, Richtung“ übersetzt werden kann.
Womöglich hatte Angela Merkel diese ursprüngliche Bedeutung nicht im Kopf, als sie nach dem Abschluss der Klausur des CDU-Vorstandes davon sprach, dass die Union Volkspartei für jeden [...]]]></description>
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<p class="MsoNormal">Mitunter ist es hilfreich sich den lateinischen Ursprung von deutschen Wörtern zu gewärtigen: Partei zum Beispiel leitet sich vom lateinischen pars ab, was mit „Teil, Richtung“ übersetzt werden kann.</p>
<p class="MsoNormal">Womöglich hatte Angela Merkel diese ursprüngliche Bedeutung nicht im Kopf, als sie nach dem Abschluss der Klausur des CDU-Vorstandes davon sprach, dass die Union Volkspartei für jeden sein wolle. Vielleicht hat sie die Bedeutung des Wortes auch schlichtweg ignoriert. In jedem Fall ist es grober Unfug, was Merkel gesagt hat.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Politische Bewegungen haben deswegen den Namen Partei bekommen, weil sie für eine Richtung stehen. Wer bestimmte Meinungen vertritt, ist Partei. Eine Partei ist immer nur ein Teil des Ganzen. Auch Volksparteien sind nur Teil, auch wenn sie Anspruch haben möglichst viele Menschen anzusprechen. Aber so lange eine Partei eine bestimmte politische Richtung verfolgt, ist sie Partei und damit per definitionem nicht für alle da. Sonst wäre sie keine Partei mehr.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">In Merkels Aussage steckt aber mehr drin, als diese semantische Analyse vermuten lässt. Denn wenn man die Berliner Erklärung des Bundesvorstandes der CDU liest, so liegt der Schluss nahe, dass die Union tatsächlich keine erkennbare politische Richtung mehr aufweist, die sie zur Partei macht. Die Berliner Erklärung könnte in großen Teilen von vielen Anhängern der anderen politischen Parteien unterschrieben werden. Zwar müsste wohl manches etwas umformuliert werden, aber prinzipiell ist die Berliner Erklärung so wachsweich, dass sich tatsächlich jeder darin finden könnte. Nicht nur ihre Vorsitzende, sondern die ganze Union scheint grenzenlos beliebig zu sein. Die Berliner Erklärung enthält keine konkreten politischen Vorstellungen, bloßes Politikgewäsch.</p>
<p class="MsoNormal">Die Union war zwar noch nie eine Programmpartei, aber eine solche Inhaltslosigkeit ist durchaus erschreckend.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Sie entspricht aber genau dem Politikstil der Kanzlerin: nicht festlegen, nicht konkret werden sondern im Ungefähren verweilen – so entrückt ist man unangreifbar, fern irgendwelcher politischer Diskussionen und schon gar nicht mehr Partei, und deswegen für alle wählbar.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Dass Merkel diese Politik weiter verfolgt ist nur verständlich, denn bisher hatte sie damit Erfolg, d.h. sie ist an der Macht geblieben. Für eine lebendige pluralistische Demokratie ist diese Politik jedoch verheerend.</p>
<p class="MsoNormal">Matthias Jung von der Forschungsgruppe Wahlen hatte bei der CDU-Klausur über die Bundestagswahl referiert. Sicherlich hat er ausgeführt, dass die Union mit ihrem inhaltslosen Merkel-Wahlkampf alles richtig gemacht, eine Mobilisierung des Gegners verhindert hat und letztlich so die Wahl gewinnen konnte – mit dem Ergebnis der gewünschten schwarz-gelben Koalition.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Allerdings ist die Zahl der Nichtwähler auch bei dieser Wahl wieder größer geworden. Aber dies ist für die Kanzlerin weniger wichtig, denn es zählt ihre Macht. Wie viel Prozent der Wahlberechtigten sie letztlich gewählt haben, ist ja egal.</p>
<p class="MsoNormal">Eigentlich müsste es der Anspruch einer verantwortungsvollen Demokratin und einer verantwortungsvollen demokratischen Partei sein, einen inhaltlichen Diskurs zu führen, einen politischen Wettstreit um Themen und Ideen, mit dem Ziel, möglichst viele Menschen davon zu überzeugen, aber eben auch möglichst viele Menschen für die politische Auseinandersetzung zu gewinnen – oder wieder in den politischen Prozess zurückzuholen.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Davon würde Demokratie leben. Zudem haben die Bürger auch den Anspruch zu erfahren, was die Meinung ihrer Kanzlerin zu politischen Themen ist. Aber die Kanzlerin schweigt. Zu Steinbach. Zur Türkeipolitik. Zur Gesundheitspolitik.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Den Anspruch des demokratischen Wettstreits um Ideen und Themen haben weder Merkel, noch die CDU. Vielmehr geht es darum das verbliebene Kontingent der Wähler an sich zu binden und dies geht womöglich dadurch, dass sich Merkel als bessere Bundespräsidentin aufführt. Gut für sie, schlecht für die Demokratie.</p>
<p class="MsoNormal">Die Berliner Erklärung der CDU ist <a href="http://www.cdu.de/doc/pdfc/100115-Berliner-Erklaerung.pdf">hier</a> zu finden.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">
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		<title>Traumschiff 2010</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Jan 2010 11:28:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sengelmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1320" class="wp-caption aligncenter" style="width: 533px"><img class="size-full wp-image-1320  " title="schwarz-gelb Koalition Steuersenkungen Steuern Politik Wachstumsbeschleunigungsgesetz" src="http://www.sebastian-engelmann.de/wp-content/uploads/2010/01/kari_20091230_traumschiff_20101.gif" alt="Quelle: stuttmann-karikaturen.de" width="523" height="230" /><p class="wp-caption-text">Quelle: stuttmann-karikaturen.de</p></div>
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		<title>Weihnachten 2009</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Dec 2009 09:41:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sengelmann</dc:creator>
		
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1311" class="wp-caption aligncenter" style="width: 451px"><img class="size-full wp-image-1311  " title="Schäuble schwarz-gelb Sparen NRW Wahl Tricks Sparpaket" src="http://www.sebastian-engelmann.de/wp-content/uploads/2009/12/kari_20091222_sparpaket1.gif" alt="Quelle: stuttmann-karikaturen.de" width="441" height="308" /><p class="wp-caption-text">Quelle: stuttmann-karikaturen.de</p></div>
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		<title>Die neue Politikergeneration ist ganz alt</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Dec 2009 14:48:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sengelmann</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Jung, attraktiv, weiblich – mit diesen Attributen wurde die neue Familienministerin Kristina Köhler der Öffentlichkeit vorgestellt. Ähnliches wurde bereits einige Monate vorher über den damaligen neuen Wirtschaftsminister zu Guttenberg gesagt, nur dass er eben männlich ist, aber auch jung, attraktiv und zudem noch gut gekleidet. Damals wie jetzt war selten zu lesen, welche substanziellen Prädikate [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jung, attraktiv, weiblich – mit diesen Attributen wurde die neue Familienministerin Kristina Köhler der Öffentlichkeit vorgestellt. Ähnliches wurde bereits einige Monate vorher über den damaligen neuen Wirtschaftsminister zu Guttenberg gesagt, nur dass er eben männlich ist, aber auch jung, attraktiv und zudem noch gut gekleidet. Damals wie jetzt war selten zu lesen, welche substanziellen Prädikate für die „neuen“ Politiker vergeben werden können.<br />
Nichtsdestotrotz <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,664830,00.html">präsentiert</a> Spiegel Online heute die neue Politikergeneration, die angeführt werde von den oben genannten Politikern und dem neuen Gesundheitsminister Philipp Rösler.<br />
Die Frage ist nur: was soll an dieser Generation neu sein, bis auf den Umstand, dass die Politiker relativ jung sind?</p>
<div id="attachment_1305" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><img class="size-medium wp-image-1305" title="Kristina Köhler CDU Partei Karriere Neuling jung weiblich attraktiv Berufserfahrung Bundestag Familienministerin" src="http://www.sebastian-engelmann.de/wp-content/uploads/2009/12/kristinakohler-225x300.jpg" alt="Köhler: Ein Leben für die Partei" width="225" height="300" /><p class="wp-caption-text">Köhler: Ein Leben für die Partei</p></div>
<p>Bleiben wir erst einmal bei Köhler und zu Guttenberg: Kristina Köhler ist stets Politikerin bzw. Mitarbeiterin im politischen Betrieb gewesen. Sie war nie anderweitig berufstätig. Köhler hat eine klassische Parteikarriere hinter sich, war früh in der Jungen Union und dann in der CDU aktiv, hat während ihres Studiums in einem Abgeordnetenbüro gearbeitet und ist gleich nach ihrem Examen in den Bundestag gewählt worden. Sie hat einmal eine Hospitanz bei der FAZ absolviert, was fälschlicherweise zum Teil als Volontariat bezeichnet wurde. Eine Hospitanz und ein Volontariat trennen jedoch Welten. Köhler hat eine Parteikarriere gemacht, wie sie schon vor 40 Jahren üblich war. Immer treu im Dienst der Partei, nichts anderes machen und vor allem loyal sein – auch dann, wenn der eigene Ministerpräsident einen Landtagswahlkampf mit fremdenfeindlichen Ressentiments führt. Was ist daran neu?</p>
<p>Karl Theodor zu Guttenberg hat es irgendwie geschafft, als Politikneuling zu gelten, obwohl auch er eine mehr oder weniger klassische Parteikarriere hingelegt hat. Guttenberg ist kein Seiteneinsteiger, war nur kurz als Anwalt beruflich tätig und seine Position als Geschäftsführer bezieht sich auf die Familieneigene Vermögensverwaltung. Auch zu Guttenbergs Aufstieg gleicht dem üblichen Politikeraufstieg, so wie ihn das Nachwuchsrekrutierungssystem der Parteien seit Jahrzehnten hervorbringt.</p>
<p>Sieht es bei den anderen Vertretern der angeblich neuen Politikergeneration so viel anders aus?<br />
Köhlers Verlobter, der 38-jährige Staatssekretär im Innenministerium, Ole Schröder, ist ebenfalls kurz nach Studienabschluss und Promotion in den Bundestag einzogen. Dass er neben seiner Tätigkeit als Staatssekretär und Bundestagsabgeordneter noch all zu viel Zeit für seine Arbeit als Anwalt hat, darf bezweifelt werden. Und der JU-Vorsitzende Philipp Missfelder wäre wohl schon mit 10 in die Junge Union eingetreten, wenn dies möglich gewesen wäre. In jedem Fall kennt Mißfelder nur eines: den Politikbetrieb. Auch der bayrische SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold wurde kurz nach dem bestandenen zweiten Staatsexamen als Anwalt in den deutschen Bundestag gewählt. Was ist daran neu?</p>
<p>Bei den Bundestagsneulingen fällt zudem auf, dass sie meist entweder noch Studenten sind, oder erst vor kurzem ihr Studium abgeschlossen haben. Johannes Vogel von der FDP hat quasi den Hörsaal mit dem Bundestags getauscht, Agnieszka Malczak von den Grünen ist gar während ihres Studiums in den Bundestag gewählt worden. Berufserfahrung? Keine.</p>
<p>Es spricht natürlich nichts gegen Studenten als Abgeordnete und junge Abgeordnete können keine langjährige Berufserfahrung vorzeigen. Außerdem gibt es auch unter den jüngeren Abgeordneten einige, die bereits lange Jahre berufstätig waren, bevor sie in den Bundestag oder einen Landtag eingezogen sind, beispielsweise Christian Lindner von der FDP oder Alexander Dobrindt von der CSU.</p>
<p>Trotzdem ist auffällig, dass vor allem diejenigen Karriere machen, die sich bereits möglichst früh in der Partei engagieren, mehr oder weniger loyal sind, die berühmte Ochsentour über verschiedene Ämter durchmachen und dann irgendwann zu einer hohen Funktion und einem Mandat kommen. Quereinstiger gibt es kaum, Querdenker dementsprechend ebenso wenig. In den Parteimühlen werden alle so abgeschliffen, dass sie mehr oder weniger Parteikonform werden.</p>
<p>Neu ist diese Politikergeneration deswegen bestimmt nicht. Vielmehr zeigt sie, wie hoffnungslos veraltet und unattraktiv das Rekrutierungssystem der Parteien ist. Junge Menschen binden sich nur ungern langfristig an eine Organisation, ihr Engagement ist zunehmend situativ und zeitlich begrenzt. Deswegen bringen die Parteien vor allem die üblichen Verdächtigen als Neulinge hervor, vor allem Akademiker, die während ihres Studiums die Zeit haben, um sich zu engagieren. Repräsentativ für die Bevölkerung ist dies nicht, und Politik wird dadurch wohl auch nicht besser.</p>
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		<item>
		<title>Unsäglich</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 14:03:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sengelmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt viele Gründe, BILD zu boykottieren. Heute liefert sie einen weiteren. Zur Trauerfeier für Robert Enke bietet Bild.de eine Bildergalerie an, in der natürlich die trauernde Wittwe schön nah zu sehen ist, aber zudem auch immer wieder Werbung zwischengeschaltet ist. Was soll man da noch schreiben? Hier der Link.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt viele Gründe, BILD zu boykottieren. Heute liefert sie einen weiteren. Zur Trauerfeier für Robert Enke bietet Bild.de eine Bildergalerie an, in der natürlich die trauernde Wittwe schön nah zu sehen ist, aber zudem auch immer wieder Werbung zwischengeschaltet ist. Was soll man da noch schreiben? Hier der <a href="http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/bundesliga/vereine/hannover/2009/11/15/abschied-von-robert-enke/alle-fotos-alle-infos-jetzt-im-liveticker-bei-bild-de.html">Link</a>.</p>
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		<title>Fragen an Fans und Sportjournalisten</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 12:57:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sengelmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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Roberto Hilbert hatte es wohl kaum mitbekommen. Sein VfB Stuttgart führte 4:1 gegen den Tabellenführer aus Wolfsburg, das Meisterschaftsrennen war an diesem 31.Spieltag der vergangenen Saison wieder offen. Hilbert spielte einen Diagonalpass in die Füße des Gegners – worauf sich im Stuttgarter Stadion ein hörbares Grummeln vernehmen ließ.
Es mag an der spezifisch schwäbischen Mentalität liegen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1271" title="Robert Enke Selbstmord Trauer trauernde Menschen" src="http://www.sebastian-engelmann.de/wp-content/uploads/2009/11/enke_trauer-225x300.jpg" alt="Robert Enke Selbstmord Trauer trauernde Menschen" width="225" height="300" /></p>
<p>Roberto Hilbert hatte es wohl kaum mitbekommen. Sein VfB Stuttgart führte 4:1 gegen den Tabellenführer aus Wolfsburg, das Meisterschaftsrennen war an diesem 31.Spieltag der vergangenen Saison wieder offen. Hilbert spielte einen Diagonalpass in die Füße des Gegners – worauf sich im Stuttgarter Stadion ein hörbares Grummeln vernehmen ließ.</p>
<p>Es mag an der spezifisch schwäbischen Mentalität liegen, mehr zu schimpfen als zu loben, aber trotzdem ist diese Begebenheit bezeichnend für die Strenge der Fans in deutschen Fußballstadien. Als die deutsche Nationalelf nach der körperlichen und mentalen Kraftanstrengung gegen Russland nur mäßig spielte im folgenden, unbedeutenden Spiel gegen Finnland, wurde sie ausgepfiffen. Fußballer haben zu funktionieren, Fehler führen schnell zu Unmut. Vor allem Torwartfehler sind selbst für Laien schnell ersichtlich.<br />
Der schnelle Groll speist sich aus den maßlosen Erwartungen, denn Fußballspieler sind mehr als Sportler, sie sind moderne Helden. Die Fallhöhe der Fußballstarts ist so hoch, weil sie im überhitzten und überdimensionierten Fußballkosmos Göttergleich inszeniert werden. Teil dieser modernen Heldensagen und –inszenierungen sind auch die, welche eigentlich abseits der Hektik des Fußballbetriebs einen nüchternen und distanzierten Blick auf das Treiben werfen sollten: Sportjournalisten.</p>
<p>Das Subsystem Sportjournalismus ist eine Besonderheit im System Journalismus. Es ist nicht klar abgegrenzt zum System Sport, über das es berichtet. Die Grenzen sind verschwommen, weil Akteure und Berichterstatter oft ähnliche Interessen haben. Die ARD hat sich beispielsweise die Rechte für die Samstagsberichterstattung über die Bundesliga <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,258916,00.html">teuer erkauft</a>. Es liegt demnach im Interesse der Sportschau eine gute Quote zu haben. Die Sendung wird so zur verlängerten Fußballarena, in der die großen Gefühle des großen Fußballs zu sehen sind, die unterhält und weniger informiert, wie Wissenschaftler der Uni Münster bereits vor vier Jahren <a href="http://www.medienrauschen.de/archiv/offener-brief-an-die-sportschau-macher/">kritisierten</a>. Das ist auch wiederum ganz im Interesse der Fußballmanager, denn Emotionen bringen auch Menschen ins Stadion und damit Geld in die Kasse.</p>
<p>Sportjournalisten sind Teil des Geschehens, aufgeregt wie die Fans und überhitzt wie das ganze Geschäft. Die Enttäuschungen mancher Fans über Spieler entstehen auch deswegen, weil sie tagelang zuvor gelesen und gehört haben, was für ein großartiges Talent diese Spieler haben. Sebastian Deislers Spitzname „Basti-Fantasti“ war keine Erfindung von Fußballanhängern.<br />
Und alle Sportjournalisten wünschen sich wohl mehr solcher Interviews wie Philipp Lahm eines gab. Über jenes Interview wurde jedoch so aufgepeitscht <a href="http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/bundesliga/2009/11/08/bayern-schalke/bayern-knallt-durch.html">berichtet</a>, dass künftig wohl jeder Verein seinen Spielern auch das letzte offene Wort verbietet.<br />
Direkt nach Schlusspfiff müssen sich Fußballer unverzüglich erklären, freilich vor allem dann, wenn sie gepatzt haben. Statt ihnen auch eine gewisse Ruhe zu gönnen, statt ihnen auch Fehler durchgehen zu lassen, werden sie gehetzt. Wir haben es mit Millionären zu tun, die das auch aushalten müssen, mag man einwenden. Aber Fußballer wie Deisler haben eindrucksvoll beschrieben, wie unwichtig Geld ist, wenn man sich in den Mühlen des Geschäfts zerrieben fühlt. </p>
<p>Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler, bemerkte der frühere Sat.1-Chef Roger Schawinski einmal. Welcher Fußballfan würde sich dauerhaft die Sportschau ansehen, wenn dauernd nur kritisch über die Kommerzialisierung des Fußballs, über Spieler und Vereine berichtet werden würde? Der Sport erfüllt für die Fans wichtige Funktionen: Ablenkung, Ausleben und Projektion. Fußballstars sind Vorbilder. Zumindest eignen sie sich, um eigenen Druck abzubauen. Und Heldengeschichten sind keine Erfindung windiger Marketingmanager. Der moderne Fußball mit seinen Gladiatoren in den Arenen greift kulturelle Mythen auf. Die germanischen oder die griechischen Heldensagen sind Zeugnis des Bedürfnisses nach Menschen, die perfekt erscheinen, ohne die alltäglichen Makel und Unzulänglichkeiten behaftet. Sportjournalisten liefern solche Heldengeschichten und unterstützen die Inszenierungen, weil es ihr Publikum durchaus auch so will.</p>
<p>Dass ist jedoch keine Entschuldigung dafür, dass erst durch den Tod von Robert Enke das Tabu der Schwäche im Fußball auch in der Berichterstattung <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/953/494292/text/">thematisiert wird</a>. War Sebastian Deislers Leiden noch nicht Grund genug?  Aber selbst jetzt schaffen es viele Sportjournalisten nicht, endlich einmal eine Markoperspektive auf das Geschehen zu werfen, Kritik an den Strukturen des Leistungssport ist eher selten <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1069594/">zu lesen oder hören</a>. Stattdessen findet eine abermalige Verklärung von Robert Enke statt, wie der Sportsoziologe Gunter Gebauer <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1070488/">kritisiert</a>. Das Spektakel ging bereits mit der Trauerfeier für Enke weiter. Und womöglich werden dieselben Fans, die gestern noch getrauert haben, am kommenden Samstag bereits nach dem dritten Rückpass in Folge wieder murren.</p>
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		<title>Münchner Mauerbau</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 17:56:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sengelmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 9. November 1989 durchbrachen Bürger der DDR die Mauer eines Staates, der ihnen vieles vorenthielt, beispielsweise ihre Meinung frei zu äußern.
Am 9. November 2009 entschuldigt sich Philipp Lahm bei Bayern München dafür, seine Meinung frei geäußert zu haben. Obendrein muss er noch mindestens 25.000 Euro Strafe zahlen.
Ein ungehöriger Vergleich vielleicht, mussten die DDR-Bürger doch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 9. November 1989 durchbrachen Bürger der DDR die Mauer eines Staates, der ihnen vieles vorenthielt, beispielsweise ihre Meinung frei zu äußern.<br />
Am 9. November 2009 entschuldigt sich Philipp Lahm bei Bayern München dafür, seine Meinung frei geäußert zu haben. Obendrein muss er noch mindestens 25.000 Euro Strafe zahlen.<br />
Ein ungehöriger Vergleich vielleicht, mussten die DDR-Bürger doch in einer Diktatur leben, während Philipp Lahm die vereinsinterne Zensur mit einem jährlichen Millionengehalt erträglich gemacht wird und sonst darf der Bürger Lahm durchaus seine Meinung kund tun. Beispielsweise als er sich als politisch konservativ bekannt, da musste er von Uli Hoeneß freilich kein Donnerwetter erwarten. Trotzdem enthält der Casus Lahm eine gewisse Brisanz, gerade weil er unmittelbar um den 20. Jahrestag des Mauerfalls stattfindet. </p>
<p>Philipp Lahm hat gegen Vereinsregeln des FC Bayern verstoßen, wonach Kritik nicht öffentlich geäußert werden dürfe und zudem jedes Interview vom Verein autorisiert werden müsse – so steht es auch wohl im Vertrag der Münchner Lizenzspieler. Lahm hat sich nicht daran gehalten, also muss er büßen. Diese Form der Zensur ist nicht unüblich in der Branche, gleichwohl stellt sie eine Einschränkung des grundgesetzlichen Rechts auf freie Meinungsäußerung dar. Lahm hat in deutlichen, aber sachlichen Worten Kritik geübt, was er aber eigentlich nicht darf.</p>
<p>Das Verhalten des FC Bayern ist auch in der Nervosität der Führungsfunktionäre begründet, schließlich will Uli Hoeneß bald zum Präsidenten gewählt werden. Hierfür ist es hinderlich, wenn über falsche Einkaufspolitik diskutiert wird, für die Hoeneß verantwortlich zeichne.<br />
Es ist aber auch eine logische Konsequenz der Wandlung einer Organisation zu einem Unternehmen, das der Marketingsystematik gehorchen muss und PR betreibt. Fußballvereine bewegen sich in einem kommerzialisierten Umfeld. Sie sind mittelständische Unternehmen, die ein Produkt verkaufen, nämlich Fußball. Die Gestaltung dieses Produktes ist dabei eine Aufgabe des Marketings, das Produkt soll den Bedürfnissen des Marktes maximal angepasst werden. Dazu gehört auch eine tadellose Außendarstellung und die Stimmigkeit zwischen dieser Darstellung und dem Produkt.<br />
Dieses Produkt besteht im Fußball aus Spielern, die den Fans im günstigsten Fall ein attraktives, aber zumindest ein erfolgreiches Spiel bieten sollen. Der Verein und sein Image sind dabei mit positiven Emotionen aufzuladen, damit die Bindung des Fans an den Verein gestärkt wird, freilich auch die Bindung seines Kontos. In die Marketinglogik und PR-Logik passen Kritik, Zwist und öffentliche Diskussionen nicht mehr. Spieler sollen schließlich zum Glanz der Vereinsmarke beitragen. Was Philipp Lahm getan hat, verletzt die Grundregeln eine Unternehmens, das sich positiv darstellen will. </p>
<p>Philipp Lahm ist nicht der einzige, der zu Kreuze kriecht, weil seine Organisation nunmehr auf eine Kongruenz von Corporate Image und tatsächlicher Außendarstellung achtet. Auch an Universitäten hat aufgrund der Umstrukturierung  zu Unternehmen der Marketing- und PR-Gedanke Einzug gehalten. Mehrere Dozenten sind bereits abgemahnt worden, weil sie öffentlich die eigene Uni kritisiert hatten, beispielsweise in Bielefeld oder Konstanz.<br />
Es geht nicht mehr um den aufrichtigen Diskurs, das Ringen um das stärkere Argument, sondern allein darum, die Macht über das eigene Bild in der Öffentlichkeit inne zu haben. Und diese Öffentlichkeit wird als Marktumfeld begriffen, in dem man sich möglichst positiv zu platzieren hat, und für das die eigene Marke mit starken und positiven Emotionen aufgeladen wird.<br />
So sind die Bayern-Bosse auch mit keinem Wort inhaltlich auf Lahms Kritik eingegangen, warum auch. Der kritische Diskurs ist unerwünscht. Wer das nicht akzeptiert, wird bestraft. </p>
<p>Dabei ist es im Sinne einer demokratischen und nichtvermachteten Öffentlichkeit geboten, dass unterschiedliche Interesse und Meinungen offen dargelegt werden und dass Auseinandersetzungen auch vor dem Publikum geführt werden, so lange sie nicht beleidigend oder ehrverletzend sind. Zwar ist die Bedeutung des FC Bayern für die Demokratie eher bescheiden, mag er noch so glorreich sein. Aber auch der gemeine Anhänger der Bayern hat ein Recht darauf, von solchen Diskussionen Kenntnis zu erlangen, da sie grundlegende Fragen der Vereinspolitik betreffen – und für diesen Verein gibt der Fan schließlich auch Geld aus. </p>
<p>Zensurähnliche Vorgaben sind jedoch eine logische Konsequenz aus dem Versuch von Unternehmen, sich im Markt &#8220;optimal aufzustellen und zu präsentieren&#8221;, wie man wohl als Manager sagen würde. Das ist wahrscheinlich oft gut für das Unternehmen, für eine demokratische Gesellschaft jedoch bedrohlich. </p>
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